Pressemitteilungen vom 07.04.2014:

WAZ - Fragen an die Bürgermeisterkandidaten und Antworten von Michael Tack

B 224
1. Sollte der Ratsbürgerentscheid über die Frist hinaus Bedeutung in der politischen Diskussion haben?
Die FDP hat das Votum der Bürgerinnen und Bürger immer akzeptiert und respektiert. Aber es war klar, dass es ein Votum auf Zeit war. Nun ist es Zeit für eine Neubewertung. Keine politische Entscheidung sollte in Stein gemeißelt sein.

2. Wie sehen Sie die Zukunft der B 224?
Die A 52 wird kommen! Das hat selbst SPD Landesverkehrsminister Groschek klargemacht. Das Ziel der FDP ist es, die bestmögliche Lösung für Gladbeck zu finden. Das ist für die FDP der Ausbau mit TUNNEL. Die FDP ist als einzige Partei in Gladbeck immer standhaft für die Tunnellösung eingetreten.

3. Was wollen Sie tun, um Verbesserungen auf der B 224, die den Gladbeckern nutzen, voranzutreiben?
Eine echte Verbesserung auf der B224 wird letztendlich nur dadurch erzielt, wenn sie ganz verschwindet, unter der Erde im Tunnel als A 52. Bis dahin müssen die Fußgängerüberwege sicherer werden. Wegen der Sicherheit sollte man auch Leitplanken in der Mitte installieren.
Am besten wäre ein intelligentes Verkehrssystem, zum Beispiel morgens drei Spuren nach Essen und nur eine nach Marl. Abends genau umgekehrt.


Bildung
1. Wie können Bildungsdefizite der Kinder aus sozial benachteiligten Familien und aus Zuwandererfamilien verbessert werden?
Grundsätzlich sind Bildungsdefizite nicht hinnehmbar, egal welche Eltern ein Kind hat.
Bildungserfolg hängt in Deutschland nach wie vor zu stark vom Bildungsstand der Eltern ab. Kinder aus bildungsfernen Familien brauchen deshalb besondere Unterstützung durch Zivilgesellschaft, Jugendarbeit und Schulen. Dazu gehört auch, dass die Kinder lernen, dass sich Anstrengung und Leistung lohnen. Um Bildungsdefizite auszugleichen, bedarf es vielfältiger Angebote, besonders der Sprachförderung, um gezielt und individuell den Kindern helfen zu können.
2. Können wir uns bei zurück gehenden Schülerzahlen auf Dauer drei Gymnasien leisten, ist eine für alle geltende gymnasiale Oberstufe vorstellbar?
Die drei Gladbecker Gymnasien arbeiten seit Jahrzehnten erfolgreich zusammen.
Wenn wegen sinkender Schülerzahlen eine noch engere Zusammenarbeit nötig werden sollte, werden das die Schulen selbst organisieren können.
3. Setzen Sie sich weiterhin für den Erhalt der kulturellen Eckpfeiler (Bibliothek, Musikschule Jugendkunstschule, Jugendzentren) ein, wenn die Stadtfinanzen noch knapper werden? Hätten Sie Ideen für Alternativen?
Ja, denn Kultur durchzieht unser ganzes Leben, wie Lesen und Schreiben.
Kommunale Mittel zur Kulturförderung sind keine Subventionen, sondern Investitionen in unsere lebenswerte Stadt. Die Abschaffung ist keine Alternative.



Zusammenleben der Kulturen
1. Gehen Mehrheitsbevölkerung und Zuwanderer im Sinne des Integrationsgedanken ausreichend aufeinander zu? Sehen Sie Notwendigkeiten für eine Veränderung?
Was die Geschwindigkeit und die reine Anzahl an Möglichkeiten von „Miteinander-gut-auskommen“ anbelangt, sehe ich noch durchaus Verbesserungsbedarf. Hier ist aber nicht nur die Kulturpolitik gefragt, sondern auch Wirtschaftspolitik, denn kulturelle Integration ist von wirtschaftlicher Integration nicht zu trennen.
Sprache ist dabei für mich der zentrale Schlüssel. Deswegen muss Spracherwerb auf allen Ebenen gefördert werden.

2. Welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, damit sich die reelle Zahl der Zuwanderer in den öffentlichen Strukturen, z.B. in der Stadtverwaltung, widerspiegelt? Können Sie sich eine Quotierung von Arbeitsplätzen in der Verwaltung für Zuwanderer vorstellen?
Arbeit, wenn sie gut gemacht werden soll, muss Freude machen, denn Arbeit in der Stadtverwaltung betrifft alle Bürgerinnen und Bürger. Die FDP setzt hier mehr auf freiwillige Anreize als auf Quoten. Für uns ist Qualifikation entscheidend, deshalb sind wir für alle gut Qualifizierten offen.

Demografischer Wandel
1. Wie wollen Sie verhindern, dass Senioren in der Politik über die Interessen der Jugend bestimmen?
Wer die Interessen der Jugend missachtet, der spielt mit Dynamit. Dennoch in unserer Demokratie hat jeder nur eine Stimme und keiner sollte über andere Interessengruppen bestimmen. Für mich ist es wichtig, Jugendliche für politische Arbeit gewinnen, damit sie selbst mehr Einfluss ausüben können.

2. Ältere Menschen vereinsamen immer mehr. Junge Familien sind mit Beruf und Familie überfordert. In vielen Städten gibt es inzwischen Mehrgenerationen-Wohnmodelle, wo sich Junge und Alt unterstützen. Wie stehen Sie dazu und wie würden Sie diese fördern?
Mehrgenerationenwohnmodelle sind ein guter Ansatz. Dennoch darf dieses Modell nicht überfrachtet werden. Wir dürfen nicht vergessen, dass viele junge Menschen stolz sind, ihr eigenes Leben in die Hand zu nehmen und dorthin ziehen, wo sie Arbeit finden. Deswegen helfen auch hier mehr Arbeitsplätze vor Ort und eine verkehrstechnisch optimale Anbindung.

Der Städtische Haushalt
1. Halten Sie es für realistisch, dass Gladbeck den Haushalt mit Hilfe des Stärkungspakts bis 2018 ausgleichen kann?
Ja, das ist absolut realistisch. Mit dem Beitritt Gladbecks zum Stärkungspakt zwei muss unser Haushalt und der Haushaltssanierungsplan von der Bezirksregierung genehmigt werden. Das geht so lange so weiter, bis wir mit dem Sanierungsplan "fertig" sind. Dabei wird es bei den angestrebten Einnahmeerhöhungen von etwa einem Drittel und den Ausgabenkürzungen von etwa zwei Drittel bleiben.
2. Halten Sie es für realistisch, dass das Ziel erreichbar ist, ohne dass es einen Kahlschlag bei den freiwilligen Leistungen gibt?
Ja, das Ziel ist durchaus erreichbar. Die beiden zurückliegenden Haushalte haben das gezeigt. Ein Zurückfahren der freiwilligen Leistungen ist moderat erfolgt und von Kahlschlag kann keine Rede sein. Darüber hinaus könnten auch noch Pflichtleistungen qualitative Einschränkungen erfahren. Eventuell muss man hier und da mit einem Schlagloch rechnen.
3. Sehen Sie Alternativen zum Stärkungspakt und dem damit verbundenen Haushaltssanierungsplan?
Die einzige echte Alternative dazu ist der Austritt Gladbecks aus dem Stärkungspakt. Dann müssen wir wieder nach den Regeln der Gemeindeordnung arbeiten. Die sieht zwingend vor, alle Schulden innerhalb von zehn Jahren abzutragen und gleichzeitig den Haushalt bei Einnahmen und Ausgaben auszugleichen und auf die zusätzliche Landeshilfe von über 60 Mio. € zu verzichten. Das käme jedoch der kompletten Abschaffung kommunaler Politik gleich.


Arbeit und Wirtschaft
1. Hat Gladbeck als Wirtschaftsstandort eine Zukunft, oder kann sich die Stadt nur im Verbund mit anderen Städten in der Region behaupten?
Die Welt ist ein Dorf und Gladbeck entwickelt sich im Verbund mit anderen Städten der Region. Das beweisen die Pendlerzahlen. Täglich fahren 20.834 aus Gladbeck raus um zu arbeiten. Lediglich 12.020 Menschen wohnen und arbeiten hier. Wenn so viele außerhalb Gladbecks arbeiten, dann brauchen wir eine bessere Verkehrsanbindung. Dies wird schneller zu realisieren sein, als eine entsprechende Anzahl von Arbeitsplätzen hier vor Ort neu zu schaffen.
2. Welche Anreize müssen gesetzt werden, um mehr Firmen zur Ansiedlung zu bringen?
Wichtige Anreize für Firmenansiedlungen sind, dass sie ihre Produkte und Dienstleistungen gut vermarkten können. Außerdem muss das Umfeld stimmen für die Beschäftigten um hierher zu ziehen. Dazu gehört eine gute Infrastruktur im Bereich Erziehung und Bildung, Kindergärten, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und Kultur.
3. Welche Lösungsvorschläge haben Sie für die Problematik der hohen Arbeitslosigkeit?
Hier sollten bevorzugt Firmen angesiedelt werden, die keinen großen Flächenbedarf haben, denn die noch zur Verfügung stehenden freien Flächen sind zu klein. Also mehr Jobs hier und eine bessere Verkehrsanbindung, um auch Anderswo arbeiten zu können.

Innenstadt
1. Wie lässt sich die Innenstadt beleben und als Begegnungsstätte nutzen?
Durch einen ansprechenden Umbau, der auch Kundschaft von außerhalb anzieht.
Ein vielfältiges Angebot von unterschiedlichen Geschäften und Gastronomie ist hierfür Voraussetzung. Hierzu bedarf es einer überzeugenden Moderation durch das Wirtschaftsförderungsamt.
2. Wie kann der Verödung der Innenstadt als Handelszentrum begegnet werden?
Das gute Angebot in der Innenstadt darf nicht schlecht geredet werden. Zusätzliche Aktionen in der Innenstadt, wie z.B. das Stadtpicknick, sind dazu notwendig. Neue Ideen müssen aufgegriffen werden.
3. Sollte man mehr Straßen in der City für den Verkehr öffnen?
Das Befahren der Postallee/Friedrich Ebertstraße in nördlicher Richtung nachts erlauben.
Parken auf dem gesamten Marktplatz ermöglichen.
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