- FDP Stadtverband Gladbeck

Kommunalwahl 2014

Interview von Radio Emscher Lippe mit FDP Bürgermeisterkandidat Michael Tack

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Kommunalwahl 2014

Interview von Radio Emscher Lippe mit FDP Bürgermeisterkandidat Michael Tack

REL: -Welche Chancen rechnen Sie sich mit ihrer Kandidatur aus?
Michael Tack: Ich bin Realist. Der jetzige Bürgermeister wird bestätigt werden mit noch mehr Stimmen als 2009.
Zum realistischen Blick gehört aber auch zu wissen, dass in unserer repräsentativen Demokratie die kommunalpolitischen Entscheidungen im Stadtrat getroffen werden und nicht vom Bürgermeister. Die Zusammensetzung des Stadtrates ist wichtiger als der Bürgermeister.
Außerdem, es geht nicht um mich und schon gar nicht um meine persönlichen Chancen.
Es geht um die Chancen der Wählerinnen und Wähler Einfluss zu nehmen. Ich werbe für liberale Positionen der FDP Gladbeck.
Deswegen sollten alle ihr Wahlrecht ausüben.

REL: - Was muss in Gladbeck in den nächsten sechseinhalb Jahren passieren? Was
sind die wichtigsten Themen für die Stadt?
Michael Tack: Neben Verkehr und Finanzen sind das:
Schulen und Kindergärten in Schuss halten mit wenig Geld und demographische Anpassung,
das Kulturangebot aufrechterhalten, mehr Jobs und außerdem verbesserte Angebote von Handel und Handwerk, also Dinge, die mehr Freiheit im Alltag bedeuten, damit jeder in Gladbeck nach seiner eigenen Facon gut leben kann. Denn alles was im Alltag nervt geht von der Zeit ab, mit der jeder selbst etwas Besseres anfangen kann.

REL: - Welche Zukunft wird das Thema Umbau der B224 in Zukunft in der Gladbecker Politik haben?
Michael Tack: Das Thema A52 wird uns bis zum Ende der nächsten Wahlperiode 2020 mit Sicherheit beschäftigen. Der Landesverkehrsminister Michael Groschek (SPD) hat ja schon bereits vor Ablauf der Gültigkeit des Ratsbürgerentscheides entschieden, dass auf Gladbecker Gebiet die A52 gebaut wird und zwar bis zur Anschlussstelle mit dem Gladbecker Autobahn-Kreuz in Wittringen. Ich rechne damit, dass er das durchdrückt und dass das Autobahnkreuz in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird. Das soll 2015 geschehen. Dann kommt eine Planungsphase. Danach das Planfeststellungsverfahren, üblicherweise 2 Jahre. Da muss sich die Stadt zu erklären. Die SPD und andere verweisen auf den Ratsbürgerentscheid und verweigern sich allen weiteren Plänen. Das löst aber nicht die Verkehrsprobleme auf der B224 mit den täglichen Staus. Wenn das Kreuz in Wittringen sowieso kommt, dann kommt noch mehr Verkehr. Der soll unserer Meinung nach besser unter der Erde verschwinden und deshalb wollen wir die A52 mit Tunnel. Gladbeck muss erreichbar bleiben.

REL: - In Gladbeck gibt es mit dem Hertie Haus, dem Möbelparadies und dem Erlenkrug drei “Schandflecke” - welchen Einfluss kann die Politik nehmen, um das zu ändern?
Michael Tack: Das Hertie Haus ist ein großes Problem, aber keine Schrottimmobilie. Am liebsten wäre mir hier ein Elektromarkt. Und die Wiedereröffnung des angeschlossenen Parkhauses.
Schrottimmobilien sind klar das ehemalige Möbelparadies, der Erlenkrug, aber auch das Hochhaus Schwechater Str. 38, der Bunker am Markt, usw. Dass es Einflussmöglichkeiten gibt, zeigen Rosenhügler- Markt, die Schwechater Str. und der Bunker. Beide müssen weg. Das ist leider noch nicht geschehen. Wie schwer und langwierig es sein kann zeigt die Entwicklung beim ehemaligen P&C Gebäude. Der Einfluss ist begrenzt und ich verstehe jeden gut, der da die Geduld verliert. Das Wirtschaftsförderungs-Amt muss da am Ball bleiben und eine Riesenausdauer mitbringen.

REL: - Gladbeck leidet – wie viele andere Kommunen in NRW – unter einer extrem
schwierigen Finanzlage - nach der RWE Aktienabwertung sogar überschuldet. Wie kann die Stadt trotzdem handlungsfähig bleiben?
Michael Tack: Sie sagen es. Die Finanzlage ist extrem schwierig, in Gladbeck ebenfalls.
Handlungsfähig bleiben wir, da bin ich mir ganz sicher. Die FDP war für den Stärkungspakt im Land und hier in Gladbeck. Die CDU ist unverständlicherweise dagegen. Ohne Betritt zum Stärkungspakt hätte Gladbeck jetzt einen Sparkommissar. Weder Rat noch Bürgermeister hätten etwas zu sagen, die Kommunalpolitik in Gladbeck wäre quasi abgeschafft. Wenn die CDU die Mehrheit hätte, hätte sie sich somit selbst abgeschafft. Das ist weder konservativ noch verantwortungsvoll. Außerdem müssten wir auf eine 2- stellige Millionenhilfe des Landes verzichten. Das ist wirtschaftlicher Unsinn. Die FDP ist die einzige bürgerliche Partei, die sich hier sehr klar für Gladbeck einsetzt.

REL: - Welche Entwicklungsmöglichkeiten im Gewerbe gibt es noch? Gibt es noch Gewerbegebiete, die erschlossen werden könnten? Schreckt die Erhöhung der Gewerbesteuer vielleicht ab?
Michael Tack: Der Platz in Gladbeck für Gewerbe ist gering. Deshalb müssen Gewerbe bevorzugt werden, die einen geringen Platzbedarf haben. Außerdem sollten kleine und mittelständige Firmen bevorzugt werden. Für eine große Industrieansiedlung fehlt jedenfalls der Platz.
Es gibt Studien, die besagen, dass neue Gewerbegebiete in der Nähe von Universitäten oder Fachhochschulen sehr erfolgreich sind. Wir möchten daher gerne in einer Kooperation mit Gelsenkirchen in der Nähe der Fachhochschule Gewebegebiet für Neugründungen planen.

Zur Gewerbesteuer: Firmen, besonders kleine, müssen über einen längeren Zeitraum sicher planen können. Die Höhe der Gewerbesteuer ist weniger wichtig als Standortvorteile, wie Produktionsmöglichkeiten, gutes Personal oder die Nähe zu den Kunden und gut Verkehrsanbindung.
Die Gewebesteuer muss deshalb unbedingt stabil bleiben und genau das wollen wir.

REL: - 2018 steht das Aus für die letzte Zeche der Region fest - noch mal ein harter Einschnitt auch für Gladbeck?
Michael Tack: Ein ganz harter Einschnitt, ja. Ich rechne mit 600-800 Jobs, die wegfallen allein in Gladbeck.
Das ist viel. Diese 600 -800 Jobs können in Gladbeck wahrscheinlich nicht neu geschaffen werden. Umso wichtiger wird eine gute Verkehrsanbindung in die Nachbarstädte. Schon jetzt verdienen 21000 Personen ihren Lebensunterhalt außerhalb der Stadtgrenze. Nur 12000 wohnen und arbeiten gleichzeitig in Gladbeck. Deshalb setzen wir auch auf mehr Jobs plus bessere Verkehrsanbindung mit A52 inklusive Tunnel.

REL: - Ganz hypothetisch, wie würden Sie einem großen Batzen Geld in Gladbeck einsetzen?
Michael Tack: Ich würde es klar bei Finanzen und Verkehr einsetzen. Wenn Gladbeck keine Schulden mehr hätte, könnten wir mit dem Geld, was wir jetzt noch für Zinsen ausgeben, sehr gut auskommen.
Und wenn der Verkehr problemlos läuft, dann läuft sowieso vieles wie von selbst.
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